Kompetenz- und Wissenschaftsorientierung in Geschichtsschulbüchern - CAOHT (P 27859-G22)

Das vom FWF geförderte CAOHT-Projekt (27859-G22) widmet sich der Frage, welche Rolle die in den letzten Jahren von weiten Teilen der Geschichtsdidaktik geforderte fachspezifische Kompetenzorientierung, die mittlerweile auch Einzug in die normativen Bildungsvorgaben gehalten hat, im Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I spielt.

Ziel des Projekt ist in diesem Zusammenhang die Einlösung zweier Forschungsdesiderate der fachdidaktischen Schulbuchforschung: Zum einen wird mittels qualitativer und quantitativer empirischer Methoden ermittelt, wie das Geschichtsschulbuch im Rahmen des Unterrichts und der Unterrichtsvorbereitung der Sekundarstufe I von Schüler/innen und Lehrer/innen der Neuen Mittelschulen und Gymnasien in Österreich tatsächlich verwendet wird. Zum anderen werde alle in Österreich zugelassenen Geschichtsschulbücher für die Sekundarstufe I auf die Frage in analysiert, ob und wenn ja auf welche Weise die Bücher auf den Paradigmenwechsel der Geschichtsdidaktik von der Inhaltsorientierung hin zur Kompetenzorientierung reagiert haben.

 

Kontakt: Link

 

Projektleitung: Prof. Dr. habil. Christoph Kühberger

 

Projektmitarbeiter:

 

Dr. Roland Bernhard: Studium Spanisch und Geschichte an der Universität Graz und Bildungsmanagement in Madrid. 2007–2009 Studienassistent am Institut für Romanistik der Universität Graz. 2009–2011 Redakteur des Jahrbuchs für Geschichte Lateinamerikas. 2010–2013 Projektmanager. 2013 Promotion zum Dr. phil. im Bereich Geschichte/Bildungswissenschaft. Seit 2013 Lehrer für Geschichte, Politische Bildung und Spanisch. 2014–2015 Mitarbeiter am Bundeszentrum für Gesellschaftliches Lernen. Seit 2014 Lektor am Institut für Romanistik der Universität Graz. Seit 2015 Post-Doc Forscher im FWF-Projekt „Kompetenz- und Wissenschaftsorientierung in Geschichtsschulbüchern“ (CAOHT) an der Pädagogischen Hochschule Salzburg Stefan Zweig.

 

Christoph Bramann: Studium der Geschichte und Germanistik auf Gymnasiallehramt an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Erstes deutsches Staatsexamen mit einer fachwissenschaftlichen Schulbuchanalyse im Bereich der Mediävistik. 2010–2016 Tutor, studentische und wissenschaftliche Hilfskraft an der Goethe-Universität in den Bereichen Lehrerbildung, mittelalterliche und neuere Geschichte. Seit 2016 Forschungsassistent im FWF-Projekt „Kompetenz- und Wissenschaftsorientierung in Geschichtsschulsbüchern“ (CAOHT) an der Pädagogischen Hochschule Salzburg Stefan Zweig.
Seit Oktober 2016 Lehrbeauftragter für Fachdidaktik am Fachbereich Geschichte der Paris Lodron Universität Salzburg.

 

Laufzeit: September 2015 bis September 2019

 

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Buchveröffentlichungen zum Projekt




Projektaufbau

 

Konkretisierung:

 

Für die Gestaltung und Weiterentwicklung von Geschichtsschulbüchern bedarf es evidenzbasierte Daten über ihre konkrete Verwendung im Unterricht. Diese Lücke der empirischen Schulbuchforschung soll im Projekt weiter geschlossen werden. Dafür kommt in einer ersten Teilstudie ein sequenzielles qualitativ-/quantitatives Triangulationsdesign zur Anwendung, durch welches die konkrete Verwendung von Schulbüchern im Geschichtsunterricht erhoben werden soll. Hierzu werden zwei voneinander unabhängige Erhebungen durchgeführt. In der qualitativen Studie wird mithilfe teilnehmender Beobachtungen von Unterricht und Experteninterviews mit Lehrer/innen erhoben, wie Schulbücher in der Praxis tatsächlich in den Unterricht einbezogen werden. Die Ergebnisse werden in der darauffolgenden quantitativen Studie, bei der sowohl Lehrer/innen (n=250) als auch Schüler/innen (n=1.000) befragt werden, überprüft. Die Zusammenschau der Ergebnisse der beiden Erhebungen (Between-Method-Triangulation) stellt eine Strategie der Validierung der Forschungsergebnisse dar.

 

 

 

Durch den Paradigmenwechsel hin zum kompetenzorientierten Unterricht ergeben sich für die geschichtsdidaktische Schulbuchforschung neue Perspektiven. Wie spiegelt sich die seit den 2000er Jahren in Bildungsstandards und Lehrplänen implementierte und somit normativ vorgegebene Berücksichtigung des Lernens historischer Frage-, Methoden- und Orientierungskompetenzen in den Büchern wider? Was bedarf es überhaupt zur Umsetzung der geforderten Kompetenzorientierung und wie lässt sich diese in Schulbüchern systematisieren und analysieren? Zu Bearbeitung dieser zweiten Teilstudie werden ausgewählte Themenbereiche aller aktuell in Österreich zugelassenen Geschichtsschulbücher der Sekundarstufe I hinsichtlich der bereitgestellten Materialien und Zugänge analysiert. Hierbei soll ermittelt werden, inwiefern die verschiedenen Medienbausteine (Autorentext, Illustrationen, Bild- und Textquellen, Arbeitsauftrage) dazu geeignet sind, Schüler/innen bei der Entwicklung historischer Kompetenzen zu unterstützen und ihnen damit historisches Denken näherzubringen.

Partner/innen:

 

Fachdidaktik:

  • Prof. Dr. Luigi Cajani
    Facoltà di Scienze Umanistiche (University La Sapienza / Rome; SSIS Lazio (Teachers Training Postgraduate School)
  • Prof. Dr. Saskia Handro
    Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der historischen Lehr- & Lernforschung; Westfälische Wilhelms-Universität Münster
  • Prof. Dr. Terry Hayden
    Professor of Education at the School of Education and Professional Development at the University of East Anglia (U.K.)
  • Prof. Dr. Béatrice Ziegler
    Leiterin des Zentrums Politische Bildung und Geschichtsdidaktik an der Pädagogischen Hochschule FHNW in Aarau (Schweiz)

Fachwissenschaft:

 

  • Prof. Dr. Gabriele Haug-Moritz
    Professorin für Allgemeine Geschichte der Neuzeit an der Universität Graz
  • Prof. Dr. Renate Pieper
    Professorin für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Graz
  • Prof. Dr. Dr. Oliver Rathkolb
    Professor am Institut für Zeitgeschichte an der Universität Wien
Institutionen
  • Georg-Eckert-Institut für Internationale Schulbuchforschung in Braunschweig.

Veröffentlichungen

 

 

Bernhard, Roland: Geschichtsmythen über Hispanoamerika. Entdeckung, Eroberung und Kolonisierung in deutschen und österreichischen Schulbüchern des 21. Jahrhunderts (Eckert. Die Schriftenreihe, Bd. 134), Göttingen: V&R unipress, 2013.

 

Bernhard, Roland: Autorentext, Bilder, Quellen – Analyse von Triftigkeit auf verschiedenen Ebenen in Schulbuchnarrationen. In: Empirische Schulgeschichtsbuchforschung in Österreich. Hg. v. Ph. Mittnik / Ch. Kühberger (Österreichische Beiträge zur Geschichtsdidaktik. Geschichte – Sozialkunde – Politische Bildung, Bd. 10). Innsbruck/Wien 2015, 135-155.

 

Bernhard, Roland: Galileo Galilei, der Wandel des Weltbildes und die Meistererzählung von der „wissenschaftliche Revolution“ in Bildungsmedien und Wissenschaft. In: Geschichte für heute 4, 2015, 50-59.

 

Bernhard, Roland: “Be welcome in your country my lords” – The story of Quetzalcóatl and the Spanish gods in textbooks as a Spanish construction to justify the Conquest. In: International Journal of Historical Learning, Teaching and Research 13.1, 2016.

 

Kühberger, Christoph / Mittnik, Philipp (Hg.): Empirische Schulgeschichtsbuchforschung in Österreich (Österreichische Beiträge zur Geschichtsdidaktik. Geschichte – Sozialkunde – Politische Bildung, Bd. 10). Innsbruck/Wien 2015.

 

Kühberger, Christoph: Welt- und globalgeschichtliche Aspekte in österreichischen Geschichtsschulbüchern. In: Empirische Schulgeschichtsbuchforschung in Österreich. Hg. v. Ch. Kühberger / Ph. Mittnick. Innsbruck/Wien 2015, 57-71.

 

Kühberger, Christoph: Welt- und globalgeschichtliche Aspekte in österreichischen Geschichtsschulbüchern. In: Empirische Schulgeschichtsbuchforschung in Österreich. Hg. v. Ph. Mittnik/ Ch. Kühberger (Österreichische Beiträge zur Geschichtsdidaktik. Geschichte – Sozialkunde – Politische Bildung, Bd. 10). Innsbruck/Wien 2015, 57-71.

 

Mittnick, Philipp / Kühberger, Christoph: Geschichtsschulbuchforschung in Österreich. Splitter der rezenten Entwicklung. In: Empirische Schulgeschichtsbuchforschung in Österreich. Hg. v. Ch. Kühberger / Ph. Mittnick. Innsbruck/Wien 2015, 9-17.

 

In Vorbereitung

Bernhard, Roland (u.a.): Geschichtsmythen in europäischen Schulbüchern. Kulturwissenschaftliche und geschichtsdidaktische Überlegungen. In: Geschichtsschulbücher und ihre Mythen in Europa. Von Marathon bis zum Elysée-Vertrag. Hg. v. R. Bernhard / S. Grindel / F. Hinz / Ch. Kühberger. Göttingen 2016 (im Druck).

Bernhard, Roland: Lernaufgaben zur Förderung historischer Denkprozesse. Normative Richtlinien für Geschichtsschulbücher und deren Implementierung in Österreich. In: Bildungsmedien auf dem Prüfstand. Hg. v. E. Matthes (u.a.). Bad Heilbrunn 2016 (im Druck).

Bernhard, Roland / Grindel, Susanne / Hinz, Felix / Kühberger, Christoph: Mythen im Schulbuch. In: Geschichtsschulbücher und ihre Mythen in Europa. Von Marathon bis zum Elysée-Vertrag. Hg. v. R. Bernhard / S. Grindel / F. Hinz / Ch. Kühberger. Göttingen 2016 (im Druck).

Kühberger, Christoph: Intertextual and multi-modal construction of history via textbooks and its reception. In: Historisches Denken jetzt und in Zukunft. Wege zu einem theoretisch fundierten und evidenzbasierten Umgang mit Geschichte. Hg. v. K. Lehmann / M. Werner / S. Zabold. Berlin u.a. 2016, S. 67-82 (im Druck).

Kühberger, Christoph: Hitler-Mythen in österreichischen Schulgeschichtsbüchern. Qualitative und quantitative Aspekte zum Problem der Personalisierung. In: Geschichtsschulbücher und ihre Mythen in Europa. Von Marathon bis zum Elysée-Vertrag. Hg. v. R. Bernhard / S. Grindel / F. Hinz / Ch. Kühberger. Göttingen 2016 (im Druck).

 

Tagungen

 

gde [angenommen]

 

KGD [angenommen]

 

11./12.06 2017
"Triangulation in History Education Research", International conference at Pädagogische Hochschule Salzburg Stefan Zweig/ Salzburg University of Education Stefan Zweig

 

Programm: https://www.historicum.net/fileadmin/sxw/Didaktik/02_Aktuelles/Programme_Triangulation_symposium_Salzburg_2017_end.pdf

 

23./24.09.2016
„Historisch denken lernen mit Schulbüchern“. Internationale Tagung der Gesellschaft für Geschichtsdidaktik Österreichs, am an der Pädagogischen Hochschule Salzburg Stefan Zweig.

 

Link: https://www.historicum.net/fileadmin/sxw/Didaktik/02_Aktuelles/CFP_Historisch_Denken_Lernen_mit_
Schulbu%CC%88chern__Tagung_GDO%CC%88_2016.pdf
)

 

Link zum Tagungsbericht: http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6868

 

12./13.02.2016
„Die Reformation in europäischen Geschichtskulturen. Perspektiven für den Geschichtsunterricht“. Internationale Tagung mit schulbuchanalytischem Schwerpunkt am Georg Eckert Institut für Internationale Schulbuchforschung, Braunschweig (gefördert durch die DFG; in Kooperation mit der Universität Paderborn)
(Link: http://www.hsozkult.de/event/id/termine-30002)
(Link: http://www.gei.de/veranstaltungen/termindetails/news/detail/News/reformationstagung.html)

 

Vorträge

 

2016

 

Roland Bernhard: „Lernende selbstständig denken lassen: Normative Triftigkeit bei der Behandlung von religiösen Konflikten im Geschichtsunterricht und Geschichtsschulbüchern in Österreich“, Vortrag auf der Tagung „Die Reformation in europäischen Geschichtskulturen. Perspektiven für den Geschichtsunterricht“. Internationale Tagung mit schulbuchanalytischem Schwerpunkt am Georg Eckert Institut für Internationale Schulbuchforschung, Braunschweig (gefördert von der DFG, in Kooperation mit der Universität Paderborn) [Feb. 2016].
(Link: http://www.hsozkult.de/event/id/termine-30002)
(Link: http://www.gei.de/veranstaltungen/termindetails/news/detail/News/reformationstagung.html)

 

Christoph Kühberger: Normative Aspekte in Schulgeschichtsbüchern anhand von Aufgabenstellungen“. Vortrag im Rahmen des Arbeitskreis ‚Geschichtsdidaktik theoretisch’. Normative Fragen von Geschichte an der Freien Universität Berlin [April 2016]
(Link: http://www.hsozkult.de/event/id/termine-29063)

 

2015

 

Roland Bernhard: Prozess-, Struktur- und Ergebnisqualität in der Herstellung von Geschichtsschulbüchern in Österreich. Vortrag auf dem Kongress „Qualität und Bildungsdiskurs“ an der Pädagogische Hochschule St. Gallen [Juni 2015].

Roland Bernhard: Aesthetic and Political Construction of Meaning in Historical Culture. The Myth of the Flat Earth in German History Textbooks. Vortrag auf der Tagung der History Educators International Research Network (HEIRNET) im UCL Institute of Education London [September 2015].

 

Christoph Kühberger: „Geschwätzige Worte – Anmerkungen zur sprachlichen Dimension der Geschichtswissenschaft“. Vortrag auf der Tagung „Geschichte(n) erzählen. Dimensionen der Sprache im historisch-politischen Lernen“ der Gesellschaft für Geschichtsdidaktik Österreichs in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Steiermark und der Universität Graz [September 2015].
(Link: https://www.ph-online.ac.at/phst/wblv.wbShowLvDetail?pStpSpNr=241547&pSpracheNr=1&pMUISuche=FALSE)

 

Roland Bernhard / Christoph Kühberger: „Qualitätskriterien einer domänenspezifischen Kompetenzorientierung in österreichischen Geschichtsschulbüchern: Wissenschaft – Politik – Praxis“. Vortrag auf der Tagung der Gesellschaft für internationale empirische und vergleichende Schulbuchforschung im Bayerischen Schulmuseum Ichenhausen [Oktober 2015].
(Link: https://www.philso.uni-augsburg.de/de/lehrstuehle/paedagogik/igschub/downloads/2015_Jahrestagung_Programm_final.pdf)

 

Roland Bernhard: „Das Masternarrativ von der „wissenschaftliche Revolution“ im Geschichtsunterricht und in der Geschichtskultur. Ästhetische und politische Dimensionen eines in aktuellen Schulbüchern weit verbreiteten ‘deutschen Mythos’“. Vortrag im Rahmen von „Geschichte am Mittwoch“ an der Universität Wien [November 2015].
(Link: http://www.univie.ac.at/wgp/wordpress/?p=4350)

 

Christoph Kühberger: „Glokale Spannungen zwischen den Zeilen? Zur Wahrnehmung eines Mehr-Ebenen-System in Schulgeschichtsbüchern“, Vortrag auf der Tagung „Zwischen Region, Nation und Europa. Deutsche Landesgeschichte in europäischer Perspektive“ der AG Landesgeschichte im deutschen Historikerverband an der Universität Tübingen [November 2015].
(Link: http://www.hsozkult.de/event/id/termine-28879)
(Bericht: http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6464)